federn

federn
(sich) mausern

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fe|dern ['fe:dɐn]:
1. <itr.; hat bei einer Belastung nachgeben und danach wieder in die alte Lage zurückkehren:
die Matratzen federn gut.
2. <tr.; hat mit Federn so ausstatten, dass Stöße aufgefangen und abgemildert werden:
ein Auto federn; der Wagen ist gut, schlecht, zu weich gefedert.

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fe|dern 〈V.; hat
I 〈V. intr.〉
1. bei Druck nachgeben u. dann in die alte Lage zurückschnellen
● einen \federnden Gang haben einen straffen, elastischen Gang
II 〈V. tr.〉
2. mit Federn versehen, stopfen (Bettbezug)
3. hochschnellen lassen
III 〈V. refl.〉 sich \federn Federn verlieren (von Vögeln)

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fe|dern <sw. V.; hat [zu Feder (3); mhd. videren, ahd. fideran = mit Federn versehen]:
1. unter einer Belastung nachgeben u. nach dem Wegfall der Belastung sogleich in die Ausgangsstellung zurückkehren; elastisch schwingen, wippen:
das Brett federte beim Absprung;
der Waldboden federte unter ihren Schritten;
der Turner federt mit/in den Knien;
mit federndem Gang.
2. mit einer Federung versehen:
ein Auto gut f.;
<meist im 2. Part.:> eine gut gefederte Matratze.
3. (Jägerspr.)
a) (bei der Jagd auf Flugwild) nicht voll treffen, sondern nur die Federn abschießen;
b) (bei der Jagd auf Schalenwild) nur den Fortsatz der Rückenwirbel treffen.

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Federn,
 
Vogelfedern, charakteristische Hautbildung der Vögel, die die Voraussetzung für den Vogelflug (Flug) bilden und der Wärmeisolation sowie dem Schutz vor Nässe dienen.
 
Die den Schuppen der Reptilien homologen Federn werden als Einstülpungen der Haut angelegt, wobei Ober- und Lederhaut den Federbalg (Federfollikel) bilden. Die Lederhaut dient während der Entwicklung als Federpulpa (Papille) zum Aufbau und der Ernährung der Federanlage. Später zieht sie sich aus der Feder zurück, die dann nur noch aus verhornten Zellen der Oberhaut besteht und somit ein totes Gebilde darstellt. Nach Durchbruch der äußeren Hornschicht (Federscheide) entfaltet sich die Feder.
 
Den wesentlichen Teil des Gefieders ausgewachsener Vögel bilden die Konturfedern, die somit auch den Körperumriss bestimmen. Sie bestehen aus der elastisch-starren Federachse (Federkiel, Scapus), deren in der Haut steckende Basis (Federspule, Calamus) kahl und nahezu hohl ist (Federseele); der übrige Achsenteil (Federschaft) ist von einem durch Luftkammern blasigen Mark erfüllt. Die beiderseits des Federschaftes ausgebildete Federfahne (Fahne, Vexillum) besteht aus vielen Federstrahlen (Rami), die ihrerseits nach beiden Seiten Nebenstrahlen (Radii) tragen; die spitzenwärts gerichteten Radii (Hakenstrahlen) sind mit Häkchen (Radioli) versehen, die die Federstrahlen zu der geschlossenen Federfahne verbinden. Die Radioli ermöglichen, dass die Fahne bei starker mechanischer Beanspruchung nicht reißt, sondern sich wie ein Reißverschluss öffnen und auch wieder schließen kann (beim Putzen der Federn). Konturfedern haben oft Schmuck- oder Signalfunktion; sie bilden als Flugfedern die Schwungfedern des Vogelflügels, die Steuerfedern des Schwanzes und die Deckfedern. Die Steuerfedern (Schwanzfedern, Rectrices) spielen beim Steuern des Flugs eine wichtige Rolle. Sie sind im Allgemeinen besonders lang, breit und steif. Als farbenprächtige und/oder extrem lange spezielle Schmuckfedern kommen Steuerfedern u. a. bei männlichen Paradiesvögeln und Widahs vor. Deckfedern (Tectrices) sind relativ kurz und bilden im Gefieder in der Regel feste, mehr oder minder glatte Decken, z. B. die Flügeldecken am Vogelflügel. - Bei den besonders einfach gebauten, weichen Dunen (Dunenfedern, Daunen, Flaumfedern) unterscheidet man: die das Nestlingskleid bildenden Nestdunen (Nestlingsdunen, Neoptilen), die meist den später abbrechenden obersten Teil der nachfolgenden Konturfedern oder Pelzdunen darstellen; die Pelzdunen (von flaumig-lockerem Bau), die als Kälteschutz über den ganzen Körper verbreitet und meist von den Konturfedern überdeckt sind; die Puderdunen, deren Spitze sich bei fortlaufendem Federwachstum in feinsten Puderstaub auflöst, der das Gefieder geschmeidig macht und als Nässeschutz dient; haarartige Fadenfedern in regelmäßigen Gruppen um Konturfedern und Pelzdunen; starre, borstenartige, unbefiederte Tastfedern am Schnabelwinkel (v. a. bei Bartvögeln, Eulen). Ein besonderer Typ sind die Pinselfedern mit vielen längeren pinselartig angeordneten Federästen, die mit dicht stehenden Federstrahlen besetzt sind. Sie umstehen die Ausführgänge der Bürzeldrüse und nehmen das austretende ölige Sekret auf.
 
Die Färbung der Federn beruht in der Regel auf Pigmenten (z. B. schwärzliche, braune oder graue Melanine, gelbe und rote Carotinoide, die mit der Nahrung aufgenommen und in den Federn abgelagert werden) oder auf Interferenzerscheinungen (v. a. Blautöne). Rostfärbung (z. B. bei manchen Entenarten) kann durch Ablagerung von mit der Nahrung aufgenommenen Eisenoxiden in den Federn entstehen. Mit dem Sekret der Bürzeldrüse können »Haftfarben«, die meist rötlich sind, auf die Federn aufgetragen werden.
 
 
In der Antike fanden im Orient, in Ägypten sowie im griechisch-römischen Bereich Federn als Schmuck und als Attribut sozialer Stellung Verwendung. Den Indianern und Völkern Ozeaniens dienten Federn u. a. als kultisch-hierarchischer Kopf- und Körperschmuck, mancherorts auch zu Federmänteln verarbeitet. Bei den Prärie- und Plains-Indianern gaben einzelne Federn symbolhaft Auskunft über Kriegstaten des Trägers. Man nähte die Federn auf Häute und Gewebe, knüpfte sie in Netze oder klebte sie auf Stoffe. Bei der Technik des Federmosaiks wurden Federn dachziegelartig in Lagen aus verschiedenen Farben übereinander gelegt; das gewünschte Motiv konnte dann mit dem Messer herausgeschnitten werden. Auf den Santa-Cruz-Inseln dienten mit Federn umwickelte Rollen als Geld (Federgeld).
 
Im Abendland zierten heimische und exotische Federn seit dem Mittelalter festliche Kopfbedeckungen von Männern und Frauen (Helmzier, Pfauenhut, Federbusch), bevor sie seit dem Ende des 17. Jahrhunderts hauptsächlich nur noch in der Frauenmode Verwendung fanden (Hutputz, Fächer, Boa, Muff u. a.). Über die Kleidung hinaus besitzen Federn seit Jahrhunderten Bedeutung als Füllung von Kissen und Betten. Vor der Erfindung von Stahlfedern dienten zugeschnittene Kiele von Gänse- und Schwanenfedern als Schreibgerät.
 

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fe|dern <sw. V.; hat [zu ↑Feder (3); mhd. videren, ahd. fideran = mit Federn versehen]: 1. unter einer Belastung nachgeben u. nach dem Wegfall der Belastung sogleich in die Ausgangsstellung zurückkehren; elastisch schwingen, wippen: das Brett federte beim Absprung; der Waldboden federte unter ihren Schritten; der Turner federt mit/in den Knien; Sein Gang federte (Ossowski, Liebe ist 47); mit federnden Schritten; Mademoiselle Passes federnder Busen (Jens, Mann 161); Ü der Oberleutnant ... betrat den Arbeitsraum ... mit federnder Forschheit (Kirst, 08/15, 843). 2. mit einer Federung versehen: ein Auto gut f.; <meist im 2. Part.:> ein schlecht gefederter Lastwagen; gut gefederte Polster. 3. (Jägerspr.) a) (bei der Jagd auf Flugwild) nicht voll treffen, sondern nur die Federn abschießen; b) (bei der Jagd auf Schalenwild) nur den Fortsatz der Rückenwirbel treffen.

Universal-Lexikon. 2012.

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